Bruce Schneier: NSA Surveillance and What To Do About It (Video)

Ich empfehle sehr diesen Talk des Kryptographen Bruce Schneier über den Schlamassel in dem wir uns mit der Massenüberwachungs-Affäre gerade befinden und was für Systeme wir bräuchten, um da wieder raus zu kommen.

Dienstag, 20. Mai in Wien: No more secrets? Die offene Gesellschaft und ihre digitalen Feinde

Am 20. Mai kommt Annie Machon nach Wien. Sie war Agentin für den britischen Inlandsgeheimdienst MI5 und wurde 1996 zur Whistleblowerin um über die Missstände ihres Arbeitgebers sprechen zu können. Letzten September war Machon als Zeugin im NSA Untersuchungsausschuss des Europäischen Parlaments und gab einen Vortrag auf dem 30c3.

no-more-secretsDer Anlass für ihren Wien Besuch ist eine Podiumsdiskussion an der TU Wien mit Max Schrems, dem Initiator von Europe vs Facebook, Raegan MacDonald vom Brüssler Büro der NGO Access Now (das selbe Büro in dem auch EDRi sitzt) und Josef Weidenholzer, Europaabgeordneter der SPÖ im NSA Untersuchungsausschuss.

Die Diskussion versucht einen Bogen von der NSA Affäre und dem derzeitigen Datenschutz-Chaos bis zur EU Gesetzgebung und möglichen Lösungsansätzen zu schlagen.

Beginn ist 18:00 Uhr
im Festsaal der TU Wien, Karlsplatz 13, 1040 Wien
Eintritt frei!

23.4. Podiumsdiskussion FESTPLATTENABGABE VS. KULTUR-FLATRATE

FESTPLATTENABGABE VS. KULTUR-FLATRATE
Reihe “Netzpolitische Bildung”

Alle sind einig, dass das aktuelle Urheberrecht nicht mehr zeitgemäß ist und den Ansprüchen des digitalen Zeitalters nicht mehr entspricht. Wie können wir UserInnenrechte schützen aber auch eine faire Vergütung für UrheberInnen gewährleisten?

“Abgabe ist g’scheit” ist vom zuständigen Kulturminister Ostermayer zu hören. Die Debatte um die umstrittene Festplattenabgabe scheint in die letzte Runde zu gehen. Auch Smartphones, Tablets und USB Sticks sollen von der Abgabe betroffen sein. Der Handel zeigt sich massiv besorgt, Unterstützer_innen sehen in ihr die Einkommenssituation von Künstler*innen verbessert, die Netzgemeinde sieht darin eine “Computersteuer” und fordert Alternativen.

Mit:
Wolfgang Zinggl (NR-Abg. und Grüner Kultursprecher)
Joachim Losehand (Kulturhistoriker, vibe.at)
Paul Stepan (fokus.or.at)
einE VertreterIn der Initiative “Kunst hat Recht” (angefragt)

Moderation: Marco Schreuder, Netzpolitischer Sprecher der Grünen

Wann: 23. April 2014, 19:00-21:00
Wo: Depot Wien, Breite Gasse 3, 1070 Wien

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Grünen Bildungswerkstatt Wien und des Grünen Parlamentsklubs

Netzpolitik Bier: Sieg über Vorratsdatenspeicherung und Netzneutralität, Do 19:30 WerkzeugH

Netzpolitik Bier ftw editionAus gegebenem Anlass laden wir (die Community) zu einem Netzpolitik-Bier #ftw-edition!

Letzten Donnerstag am 3. April hat das Europa Parlament in einer Verordnung für die Netzneutralität gestimmt und diesen Dienstag am 8. April hat der Europäische Gerichtshof die umstrittene Richtlinie über die Vorratsdatenspeicherung für grundrechtswidrig erklärt. Das sind zwei unsagbar große Siege für unsere Community, denen jahrelange Arbeit voran gegangen ist, und da ist ein bisschen feiern und reflektieren bei einem Bier sehr angebracht. Deshalb:

Netzpolitik Bier #ftw edition
Donnerstag, 10. April ab 19:30
im WerkzeugH, Schönbrunnerstr. 61, 1050 Wien
hashtag: #npbvie

Ihr seid herzlich Willkommen!

Cyber-cyber Cloud und dezentrale Alternativen

Ich muss zugeben, die Idee, Daten unabhängig vom Endgerät zur Verfügung zu haben ist nicht schlecht. Vor allem jetzt, wo den Konsument_innen gleich mehrere “smarte” Geräte (Phone, Tablet, etc) vom Markt aufgedrängt werden und sich die Filesharing-Community aufgrund von Copyright-Trollen und der konsumorientierten Produktgestaltung von Google, Apple, Amazon und co. immer mehr in ein Biedermeier 2.0 zurück zieht, ändern sich auch die Anforderungen am eigenen Speicherplatz und Zugriffsmanagement.

Der Trend, bei der Lagerung von persönlichen Daten auf Konzerne wie Google, Amazon, Microsoft oder Dropbox mit ihren zentralisierten Systemen zu setzen hat allerdings seine Tücken. Erst wird mit Gratis-Speichervolumen in der Cloud geworben, oft werden auch eigene proprietäre Tools für die Benutzung der Dienste vorausgesetzt. Auch die Werkzeuge zur Bearbeitung der Dokumente sind oft bereits Inhouse entwickelt und mit dem Cloud-Storage verwoben. Nach einiger Zeit soll sich der Kunde daran “gewöhnt” haben. Und sobald man den Cloud-Speicher etwas intensiver nutzt, braucht man plötzlich einen Paid-Account. Der gemietete fancy Speicherplatz kostet dann auch auf Dauer mehr als die eigene Festplatte. Da es auch noch keinen vernünftigen Standard für “die Cloud” (haha) gibt, scheint ein Umzug zur Konkurrenz mal schnell zu aufwändig. Wer möchte sich schon freiwillig mit dem Umsiedeln von Daten beschäftigen oder auf neue Programme umlernen? Dann wohl doch lieber ein paar Euros in die Cloud werfen.

Es ist also schon längst überfällig, diese Entwicklung zu hinterfragen, und alternative Modelle zu entwickeln, die weniger Abhängigkeiten mit sich bringen.

Das derzeit erfolgreichste Open-Source Projekt welches versucht, genau dieses Problem zu lösen, ist OwnCloud. Es handelt sich hierbei um ein System, welches aus einem Server und einem oder mehreren Clients besteht – eine sehr klassisches Konzept also. Man installiert sich dabei die Serversoftware auf einen möglichst gut erreichbaren Computer – zum Beispiel auf dem Home-Server oder auf einer Kiste in einem Rechenzentrum. Darauf konfiguriert man dann die User_innen und Zugriffsrechte. Mithilfe der OwnCloud Clientsoftware kann man dann im DropBox-Feeling bequem Dateien auf dem Server abspeichern, editieren, löschen und mit anderen Personen teilen.

Grundsätzlich eine sehr tolle Sache: Die eigene Cloud zuhause! Aber so fancy das System auch ist, technisch unversierte User_innen scheitern schon beim Verständniss des Konzepts – oder spätestens bei der Installation des Servers. Software die PHP voraussetzt, sollte man übrigens immer mit etwas gesunder Skepsis betrachten.

Vielleicht sollten wir einfach von der strikten Trennung zwischen Server und Client weg kommen und einheitliche Standards entwickeln, mit denen man möglichst dezentral Daten mit anderen austauschen kann.

Die Leute von BitTorrent Labs haben bereits mit dem p2p-Dateisynchronisierungstool Sync ein interessantes Produkt geschaffen. Mit dieser Software kann man ganz ohne zentralen Server Ordnerinhalte auf mehreren Geräten im Sync halten. Die Applikation steht für so gut wie jede bekannte Plattform zur Verfügung. Leider ist die Software proprietär und kann damit nicht vernünftig auf Sicherheitslücken oder Backdoors geprüft werden.

Einige Menschen arbeiten bereits an freien Alternativen – diese Projekte befinden sich allerdings allesamt noch in der Entwicklungsphase:

  • Hive2hive ist eine Java-Library, welche die Aufgabe der p2p-Synchronisierung übernehmen soll.
  • Clearskies verfolgt ein sehr ähnliches Ziel in C++.
  • Das in Go geschriebene Projekt Syncthing sollte eine “freie Kopie” von BitTorrent Sync mit Clients für verschiedene Plattformen werden.

Die Zukunft der Lagerung von persönlichen Daten könnte also vielleicht doch noch ohne große Serverfarmen auskommen und mittels Open Source Projekten wieder zurück auf die eigenen Platten verfrachtet werden.

Dann bleibt uns nur noch zu hoffen, dass die ISPs uns nicht solche Technologien sperren, und dass die Verschlüsselungen nicht andauernd gebrochen werden ;)

Dieser Artikel wurde auch auf blog.notice.at veröffentlicht.

Offener Brief an alle MdEP bezüglich Netzneutralität

Sehr geehrte MdEP!

Am 3. April stimmen Sie im Plenum des europäischen Parlaments über den Regulierungsvorschlag zum Telekom Binnenmarkt ab. Obwohl der Verordnungsvorschlag schon von vielen Seiten kritisiert wurde, sind wir für die Abschaffung von Roaming Gebühren und für einen Binnenmarkt in Europa.

Unter anderem werden Sie die Entscheidung zwischen einem monopolisierten oder einem offenen, wettbewerbsfreundlichen, innovativen und vielfältigen Internet treffen.
Ich spreche von der Netzneutralität – der Gleichbehandlung aller Datenpakete im Internet, unabhängig von Typ, Inhalt oder Herkunft.
Diese egalitäre Behandlung von Daten im Internet hält die Hürden für KMUs und Startups niedrig und hilft ihnen im Wettbewerb gegen bestehende Monopole.

Netzneutralität ist die Grundlage für Chancengleichheit im Netz. Wenn Sie diese abschaffen, haben wir in wenigen Jahren kein Internet mehr wie wir es heute kennen, sondern bestenfalls ein “besseres Kabelfernsehen”.

Stimmen Sie für Netzneutralität!
Stimmen Sie für die Änderungsanträge 234 – 244!

Mit besten Grüßen,
Andreas Demmelbauer