TPB AFK: The Pirate Bay Away From Keyboard

Für alle die sich wundern was es mit der widerstandsfähigsten Website der Galaxie auf sich hat, empfehlen wir diese Dokumentation über das Gerichtsverfahren gegen die Gründer von der Pirate Bay. Der Film zeigt sehr deutlich das radikale Gesicht der Urheberrechtsindustrie, wie entgegen jeder Rechtsstaatlichkeit ein Exempel statuiert wird in ihrem Kampf gegen das Teilen von Kultur und die technischen Realitäten. WATCH THIS!

NK09 – Netzpolitik in Österreich

In dieser Folge unseres Netzkinder Podcasts haben ich mal die Rolle getauscht. Diesmal bin ich nicht der Moderator, sondern war selbst zu Gast beim Grazer Podcast “murstrom“. Ich bin recht zufrieden mit dem Resultat und weil es hier im Kanal eh schon viel zu lange nichts Neues mehr zu hören gab (yes, I’m bussy) reposte ich die Folge aus Graz mal. Eine reguläre Sendung ist bereits in Arbeit und ich hoffe, wir schaffen es noch dieses Jahr :-/

Das wir hier weniger posten ist aber gar nicht so schlimm, weil die Marc und Stefan haben in ihrem Podcast auch schon eine nächste Folge veröffentlicht mit dem wunderbaren maclemon, der ja hier auch schon zu Gast war. Wer mehr aus Graz hören will, sollte murstrom abonnieren!

Weiterlesen

Fuck you, this is my culture!

Bei dem Internet Governance Forum in Baku hat die schwedische EU-Abgeordnete Amelia Andersdotter eine kurze, aber durchaus knackige Rede gehalten, die darauf hinausläuft, dass wir das Copyright oder Telekommunikationsanbieter einfach aus dem Weg räumen sollten, wenn sie uns in selbigen stehen.

Untermauert wird die Forderung mit einem Zitat von Georg Michael: „Fuck you, this is my culture!“

Was sonst noch so alles beim IGF erzählt wurde, könnt ihr hier sehen.

Ur – Ur – Urheberrecht

Ich will alles, und zwar sofort, jederzeit, überall und kostenlos zur Verfügung haben“. Diese Forderung stellte nicht 2012 eine junge Demonstrantin aus prekären, aber hippen Verhältnissen auf der Demo für die Reform des Urheberrechts und gegen die Festplattenabgabe am 17. Oktober 2012, sondern 2001 der Präsident des Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB), Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Grötschel in der Zeitschrift GEGENWORTE (8/2001, S. 10ff.).

Zugegeben, im Kontext bezieht sich Martin Grötschel auf die “Digitalisierung in den Wissenschaften” und die von den MINT-Fächern ausgehende Verbreitung von open-acess-Publikationsmodellen, deren Inhalte “sofort, jederzeit, überall und kostenlos” zugänglich sein sollen. Doch “sofort, jederzeit und überall” (und im Zweifel auch “kostenlos”) ist eine Erwartungshaltung, die sich direkt proportional mit der Anzahl der Internet-Anschlüsse verbreitet.

Wer auch immer “drin” ist im Netz, verändert jedoch das überkommene eigenen Verhältnis zu Medien und Medieninhalten aus der offline-Welt nicht wesentlich: Es wird rezipiert, empfohlen und getauscht, vieles erhascht nur einen flüchtigen Blick, weniges gewinnt dauerhafte Aufmerksamkeit. Der Zugang zu und der Umgang mit Medieninhalten ist heute dabei weitaus selbständiger und sebstbestimmter als noch vor 20 oder 25 Jahren. Der hybride Kunst-Begriff “prosumer”, zusammengesetzt aus “producer” und “consumer” macht deutlich, was die Menschen in der digitalen Informationsgesellschaft tun: sie produzieren und konsumieren gleichermaßen, sie nutzen aktiv die fortschreitenden technischen Möglichkeiten.

So löst sich zunehmend in immer mehr Bereichen die “klassische” Trennung in kreativ Schaffende und passiv Konsumierende auf. Zudem verschwindet im Internet nicht die Privatsphäre, wie viele befürchten, sondern ihre Unterscheidung zum öffentlichen Raum. Darum kommen alle, die, selbst wenn sie nicht kreativ, sondern “nur” aktiv mit Medien umgehen, und dies in der Öffentlichkeit des Internets tun, mit “dem Urheberrecht” (und anderen Gesetzen) über kurz oder lang in Konflikt. Denn sie verhalten sich so, als ob sie in ihren eigenen vier Wänden agieren, Bilder, Videos oder Musik untereinander tauschen, eine kleine Familienpostille veröffentlichen oder einen spannenden Zeitungsartikel verbreiten.

Während sich Menschen, sobald sie das Internet privat oder beruflich nutzen, in kürzester Zeit auf die Herausforderungen und Möglichkeiten einstellen können, haben Unternehmen und Institutionen in den letzten zwei Jahrzehnten weitaus größere Probleme, diesem Wandel zu begegnen. “Sofort, jederzeit und überall” sind nach wie vor vor allem illegale Angebote verfügbar (die zudem meist kostenlos sind). “Gate-keeping” und die juristische Durchsetzung ihrer Monopolstellungen gelten in allen Medienbereichen auch heute noch als Grundlage erfolgreicher Geschäftsmodelle.

Und die Politik ist nur sehr zögerlich bereit, sich mit neuen und umfassenden Konzepten zu befassen, die die Bedürfnisse aller am Medienwandel Beteiligten berücksichtigen. Stattdessen wird die Klientel bedient, die am lautesten ruft und am effektivsten an den Fleischtöpfen Lobbyarbeit betreibt; stattdessen wird an einzelnen Schrauben gedreht, wird ein wenig frische Farbe aufgetragen, es wird hier ein wenig repariert und dort ein bisserl adaptiert.

Dass wir ein neues Urheberrecht für das 21. Jahrhundert brauchen, eine Reform anstelle von einigen Reförmchen, davon ist der Verein für Internet-Benutzer Österreichs (vibe!at) überzeugt. Bei der Veranstaltungsreihe “ur21 – Urheberrecht für das 21. Jahrhundert” in der Wiener Urania sollen verschiedene Beteiligte aus Medien, Verbänden, Wissenschaften und der Kunst- und Kulturszene zu Wort kommen und gemeinsam mit allen Interessierten diese gesellschaftlich relevante Diskussion “am Laufen halten”.

Der erste Termin “Das Internet und die Zukunft des Films” findet statt am Donnerstag, den 22. November 2012 ab 19:30 Uhr;
der zweite Termin “Urheberrechte vs. Bürgerrechte?” – der geplante Auskunftsanspruch bei Urheberrechtsverletzungen aus der Vorratsdatenspeicherung am Donnerstag, den 20. Dezember 2012, ebenfalls ab 19:30 Uhr.

Ort ist die Wiener Urania, Terrassensaal, Uraniastraße 1, 1010 Wien.

Geld für News

Bereits Anfang letzten Jahres hat die renommierte NY Times für ihren Internetauftritt eine Paywall eingeführt. Das Konzept scheint aufzugehen, jedenfalls ziehen immer mehr Verlage nach und stellen ihre Artikel kostenpflichtig ins Netz. Nun will auch der deutsche Axel Springer-Konzern für seine Inhalte Geld vom Leser sehen, wie Golem berichtet. Mit den Portalen Bild.de und Welt.de soll künftig auch über Bezahlinhalte Gewinn gemacht werden.

Wann die ersten österreichischen Medien nachziehen scheint also nur noch eine Frage der Zeit. Man kann sich sicher sein, dass genau verfolgt wird, wie sich die Portale in Deutschland nach der Einführung der Bezahlschranken entwickeln.

Urheberrecht: Demonstrationen in Österreich

In Österreich gibt es Demonstrationen über die Richtung der für das Frühjahr 2013 bevorstehenden Urheberrechtsnovelle. Am 17. Oktober geht ein Bündnis von Künstlern, Unterhaltungsindustrie und Verwertungsgesellschaften auf die Strasse, um für die Einführung einer Festplattenabgabe zu demonstrieren. Am selben Tag findet auch eine Gegendemonstration der Initiative für Netzfreiheit für eine Reform des Urheberrechts und gegen die Einführung der geplanten Festplattenabgabe statt. Weiterlesen