Netzneutralität: Über die Unteilbarkeit des Internets

Mein Vortrag auf der DNP-Konferenz vor einer Woche hat es auf YouTube geschafft:

Das Feedback bis jetzt war sehr positiv und der Vortrag hat auf jeden Fall geholfen dem Thema Netzneutralität mehr Aufmerksamkeit zu bringen. Unsere neue Kampagne unsernetz.at hat ebenfalls ein Redesign erfahren und wird für mich der Hauptfokus-Punkt meiner Arbeit in den nächsten Monaten sein.

Wem reines zu hören lieber ist als das Video, der kann sich auch die Audioaufnahme des Vortrags von netwatcher24 anhören. Die Folien des Vortrags finden sich hier (PDF) und hier:

Update: I gave a short version of this talk on the Freedom Not Fear conference in Brussels one week after DNP. You can find the english slides here (pdf) and here (slideshare).

Flattr für Flyer

Anlässlich der DNP Konferenz und kurz darauf folgenden Brüssel Reise haben wir uns dazu entschieden Flyer für Netzkinder zu machen! Wieder einmal ist Andi sehr herzlich für das Design zu danken, ich finde es sehr gelungen.

Netzkinder Flyer Front

Netzkinder Flyer Back

Die anfallenden Druckkosten können wir aus unseren Flattr Einnahmen und aus unserem Team heraus bezahlen. Falls ihr euch also fragt was mit euren Flattr Klicks bei uns passiert, jetzt wisst ihr es! ;)

Vielen Dank für eure Unterstützung! <3

Wie neutral ist das Internet?

netneutralitymap.orgDer Diskussion rund um die Netzneutralität mangelt es nicht an hinkenden Vergleichen, aber oft hapert es an Fakten und ihrer einfachen Aufbereitung. Deshalb haben Aktivisten aus Österreich eine Visualisierung der Mess-Daten des meassurment labs gebaut, und auf netneutralitymap.org veröffentlicht. Fazit der Karte: die Situation ist schlimmer als erwartet und es besteht eindeutig Handlungsbedarf!

In einer farblichen Kodierung zeigt die Karte in welchem Ausmaß die Internetprovider eines Landes in den Datenverkehr ihrer Kunden eingreifen. Basis der Grafik sind die Daten des “Glasnost” Netzwerktests des meassurment labs. Aus den Daten geht hervor ob Provider gezielt gewisse Protokolle verlangsamen. In einem ausführlichen Paper beschreibt das Max-Planck-Institut für Softwareentwicklung wie der Test funktioniert. Es wurde eine sehr konservative Messmethode gewählt um möglichst wenige false-positiv Ergebnisse zu bekommen. Obwohl die Verlangsamung von Datenpacketen aufgrund ihres Dienstes nur eine von mehreren möglichen Verletzungen der Netzneutralität ist, zeigt die Karte klar wie häufig dies Praxis im Internet geworden ist. Diese Tendenz wird durch die bevorstehende Verabschiedung von Dienstklassen durch die ITU Konferenz im Dezember 2012 tendenziell noch steigen.

Entwickler Michael Bauer äußert sich zum Effekt seines Projekts auf ihn:

“Bevor ich netneutralitymap gemacht habe war Netzneutralität für mich ein akademisches Thema. Aber als ich mit eigenen Augen gesehen habe wie weit verbreitet die Eingriffe in die Netzneutralität sind, wurde mir klar: Es gibt ein systematisches und weltweites Problem.”

Der Sourcecode des Projektes findet sich auf github, weitere Visualisierungen sind geplant. Auf dem Österreichischen Netzkongress DNP wird dieses Wochenende auch eine Kampagne zur Netzneutralität vorgestellt. Aktivisten der Initiative für Netzfreiheit und des Vereins für Internetbenutzer Österreich haben dieses Thema auf ihre Agenda gehoben.

Die Karte beschränken sich immer auf Daten des letzten Jahres und wird alle drei Tage aktualisiert, dadurch können auch neue Testergebnisse sichtbar gemacht werden. Mit dem Glasnost Test kann im Browser getestet werden  ob der eigene Provider (ggf. auch Provider auf der Route zu den Testservern) das ausgewählte Protokoll verlangsamt. In den meisten Ländern fehlt es immer noch an Datenmaterial um Aussagen über die nationale Situation treffen zu können. Deshalb rufen die Aktivisten dazu auf den Test im eigenen Browser mit den gängisten Protokollen laufen zu lassen!

NK08 – Österreichs 1. Netzkongress

Gemeinsam mit Andreas Krisch spreche ich über den ersten Österreichischen Netzpolitik Kongress. Unter dem Slogan “Das Jahr des Aufbruchs” findet am 8. und 9. September 2012 im Wiener Palais Kabelwerk der Kongress “Daten, Netz und Politik” (DNP) statt.
Wir sprechen über die Bedeutung dieser Veranstaltung für Österreich, wie es dazu kam und was uns dort im Programm erwarten wird.

Ressourcen:

Sendungsankündigung: Mittwoch 20:00 Andreas Krisch über #DNP12

Diesen Mittwoch gibt es wieder eine neue Podcast Folge! Diesmal ist Andreas Krisch zu Gast und wir sprechen über den ersten Österreichischen Netzpolitik Kongress #DNP12 der am 8. und 9. September im Kabelwerk in Wien stattfindet. Wir sprechen hauptsächlich über die Veranstaltung, wie es dazu kam und was uns dort erwartet.

Sendungsbeginn ist 20.00, wir streamen live und sind in der ersten Stunde auch auf Radio Orange zu hören auf FM 94.0 in Wien.

DNP steht für Daten, Netz und Politik und ist der erste Versuch eine größere Veranstaltung (ca. 400 Besucher) zum Thema Netzpolitik in Österreich auf die Beine zu stellen. Bis jetzt traf man sich ja immer in Deutschland der Re:publica oder dem Chaos Communication Congress. Die Veranstaltung versteht sich allerdings, soweit ich Andreas kenne, nicht als Konkurrenz zu den etablierten Deutschen Kongressen, sondern eher als Ergänzung und missing Link für die Österreichische Situation.

Nach den vielen netzpolitischen Ereignissen im letzten Jahr (zeichnemit.at, ACTA Proteste, Verfassungsklage.at, unzählige Anonymous Aktionen und mehr Wind um die Piratenpartei), scheint es an der Zeit die Österreichische Netzpolitik mal für zwei Tage an einen Fleck zu holen und über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu sprechen. Passend dazu ist das Motto: “Das Jahr des Aufbruchs“. Es gibt viele Themen, um die sich hier lange einfach niemand gekümmert hat und welche deshalb ohne einer kritischen Beleuchtung von Seiten der Zivilgesellschaft ohne viel Diskussion durch gewunken wurden. Das solte sich ändern und dafür braucht es eine aktiviere und vernetztere Community als das heute  der Fall ist. Ich hoffe DNP wird zu dieser Vernetzung einen großen Beitrag leisten!

In meiner Vorstellung ist die Leser_innenschaft von Netzkinder das perfekte Zielpublikum für so eine Veranstaltung. Manchen scheinen die 79 Euro für eine zweitägige Konferenz abzuschrecken. Ich kann nur aus Erfahrung sagen im vergleich ist das nicht viel und schließlich wird hier mehr geboten als auf einem Barcamp. Noch gibt es Tickets! ;-)