Podcasttipp zur Urheberrechtsdebatte!

Die ewige Debatte rund ums Urheberrecht und neue Verwertungsmodelle im Internet hat einen neuen Baustein bekommen. Martin Auer und ich haben uns auf meinem anderen Podcast Hörensagen in der letzten Folge über das Urheberrecht unterhalten!

Martin Auer könntet ihr von seiner Kurzgeschichte hier im Blog kennen. Er ist Künstler und lebt schon seit vielen Jahren von seinen Büchern. Wir sprechen auch über Kunst hat Recht und den Kommentar im Standard, den ich letztens geschrieben hab. Aber eigentlich geht es darum wie zeitgemäße Lösungsmodelle ausschauen können.

Das Konzept von Hörensagen ist es explizit sich nicht so strukturiert und allgemeinverständlich wie hier im Podcast mit gewissen Themen auseinander zu setzten, viel mehr geht es um die subjektive Seite der Welt und die Persönlichkeiten hinter den Geschichten. Mal etwas Anderes, aber ich wollte mit Hörensagen auch explizit ein offeneres Gesprächsklima ausprobieren.

Hört rein!  (und abonniert! :)

Martin Auer: Zerrissen zwischen Copyright und Creative Commons

Dies ist ein Gastkommentar von Martin Auer. Er ist Autor, 61 Jahre alt und lebt in Wien. Er hat 45 Bücher in den letzten 25 Jahren publiziert und podcastet gemeinsam mit mir auf hörensagen.org.

Fangen wir mit der Ökonomie an: In einer Gesellschaft, die auf dem Tausch von Waren beruht, tauschen Menschen normalerweise das Produkt ihrer Arbeit gegen ein anderes aus, das zu erzeugen gleich viel Arbeitszeit gekostet hat. Und zwar nicht, indem sie die Arbeitszeit unmittelbar messen. Es pendelt sich vielmehr mit der Zeit ein Gleichgewicht ein. Sagen wir, Waldbewohner tauschen mit Ackerbauern Fleisch gegen Mais und Palmwein. Wenn die Waldbewohner zuviel für ihr Fleisch verlangen, wird es für die Ackerbauern lohnender, selber in den Wald zu gehen und zu jagen. Wenn die Ackerbauern zuviel für ihren Palmwein und ihren Mais verlangen, wird es für die Waldbewohner auf Dauer lohnender, selber Äcker anzulegen und Palmen zu pflanzen. Das funktioniert aber nur, weil den Ackerbauern keine gebratenen Tauben in den Mund fliegen und die Waldbewohner den Palmwein nicht aus dem Bach schlürfen können. Das heißt, Fleisch, Mais, Palmwein sind knappe Güter, wie die Ökonomen sich ausdrücken. Sie müssen durch menschliche Arbeit erzeugt werden und menschliche Arbeit kann sie nur in gewissem Umfang hervorbringen. Weiterlesen

“Wir sind Alle Teil der Netzgemeinde”

Die Wiener Künstlergruppe Go Outside hat ein neues Video veröffentlicht, dass im Rahmen der Demonstrationen zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung in Österreich am 31. März 2012 entstanden ist.

Frage: Was ist die Verbindung eurer Videos mit den Demonstrationen zur Netzpolitik?
Go-Outside: Das normale, verwackelte Demonstrationsvideo sieht sich niemand an. Vor allem motivieren diese Videos niemanden selbst auf eine Demonstration zu gehen, geschweige denn sich mit den Themen der Demo zu beschäftigen. Unser Ziel ist es Netzpolitische Themen in den Mainstream zu tragen.

Frage: Seht ihr euch als Teil der Netzgemeinde?
Go-Outside: Vor ein paar Monaten hätten wir uns nicht vorstellen können eine Aktion zu Netzpolitischen Themen zu machen. Aber als wir verstanden haben, worum es bei den Themen wirklich geht, war uns klar, dass uns das alle betrifft und auch wir eine Verantwortung haben. Jeder ist Teil der Netzgemeinde, egal wie er oder sie das Internet verwendet, und alle sollten sich an den Tisch setzten und mit diskutieren.

Frage: Was wollt ihr mit euren Videos erreichen?
Go-Outside: Viel mehr als das über das Video gesprochen wird, wollen wir erreichen, das über die Inhalte gesprochen wird. Was wir wollen ist die Diskussion. Wir wollen die Nichtwähler, die Nicht-Nerds, diejenigen die noch nicht mit diskutieren, an den Tisch bringen. Sich mit Netzthemen zu beschäftigen muss normal werden!

Statisten gesucht / Einladung zum Filmdreh – Begräbnis der Privatsphäre

Die Gruppe „Go Outside“ sucht für den Filmdreh rund um ihr neuestes Projekt „Get Up“ am Sonntag noch Statisten. Das Thema ist „Begräbnis der Privatsphäre“, als logische Fortsetzung des Trauerzuges vom 31.03. Entsprechend werden noch „Trauergäste“ in Kostüm oder Anzug gesucht, die vor Ort auch noch mit zusätzlichen Requisiten wie Trauerschleier ausstaffiert werden. Schon bei der VDS- und den ACTA-Demos hat sich diese Runde mit ihren Projekten hervorgetan und auch dieses neue Vorhaben überzeugt durch die gründlichen Vorbereitungen.

Mit Deiner Hilfe kann es gelingen!

Wenn Du Dich als Komparse an diesem stilvollen Protest gegen die Abschaffung der Privatsphäre beteiligen möchtest und Dich diesen Sonntag, dem 6. Mai bis 10.00 Uhr in schwarzer, eleganter Kleidung in einem Wiener Gemeindebezirk einfinden kannst, schreibe bitte eine Mail an info@gegenvds.at, die Dich dann mit weiteren Infos versorgen werden.

Bis am Sonntag!